Beitrag Nr. 184978 vom 27.07.2010
Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Krankengeld sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Insgesamt 7,2 Milliarden EUR Krankengeld zahlten die Kassen 2009 an ihre Versicherten.
Die Zunahme im Vergleich zum Vorjahr betrug einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge zehn Prozent. 2006 zahlten die Kassen den Angaben zufolge 5,7 Milliarden EUR für Krankengeld. Als Gründe nennt die Agentur unter Bezugnahme auf ein Rundschreiben des GKV-Spitzenverbands an seine Mitglieder, dass es immer mehr ältere Versicherte gibt. Sie erhalten häufiger Krankengeld als jüngere. So steige der Anteil der 45- bis 65-Jährigen jährlich laut einer Kassen-Statistik um mehr als zwei Prozent. Seit 2006 liegt er über 30 %. Zudem nehmen psychische Erkrankungen deutlich zu. Sie sind meist mit langen Krankenzeiten verbunden, bei denen Krankengeldanspruch entsteht - in der Regel ab der siebten Woche. Die Krankenkassen beklagen laut Agentur aber auch, dass Reha-Maßnahmen immer später beginnen könnten, weil die zuständige Deutsche Rentenversicherung immer länger für die Bewilligung brauche. Die Wartezeit bei psychosomatischen Leiden sei innerhalb von zwei Jahren von 59 auf 72 Tage gestiegen. Für diese Zeit wird Krankengeld weiter gezahlt.
Derweil schätzen die gesetzlich Krankenversicherten die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen oft falsch ein. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervor. Fast 60 % der Versicherten glauben demnach, dass die Verwaltungskosten der Kassen drastisch gestiegen seien. Tatsächlich sind sie aber seit einigen Jahren praktisch stabil.
Dieser Beitrag wurde erstellt von Angela Mißlbeck.
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